Duales Studium Innenausbau

Zusätzliche Chance im Schreinerhandwerk


Das Duale Studium bietet eine Kombination aus der Lehre im Schreinerhandwerk mit dem Erwerb des Gesellenbriefs und der akademischer Ausbildung an der Hochschule Rosenheim, die mit dem Bachelor of Engineering abschließt. Dies stellt eine große Chance für qualifizierten Führungsnachwuchs in mittelständischen Schreinerbetrieben dar, wie der nachfolgende Erfahrungsbericht der Absolventin Anna Huber aus Petershausen zeigt.

Erfahrungsbericht
„Mein berufliches Ziel war und ist es, das elterliche Unternehmen weiterzuführen. Dazu wollte ich einerseits die handwerklichen Grundlagen erlernen und andererseits auch ein Studium absolvieren. Daher habe ich mich für das Duale Studium Innenausbau entschieden. Um sicher zu gehen, habe ich
mich vor Antritt der Lehrstelle um einen Studienplatz an der HS Rosenheim bemüht. Die erste Phase der Ausbildung erfolgt im Betrieb. Der Student beginnt seine Ausbildung regulär im zweiten Lehrjahr, das BGJ entfällt. Zur Vorbereitung auf den Ausbildungsbeginn empfehle ich dringend den Besuch des Kurses „Schreiner intensiv“ des FSH Bayern. In meinem Fall ermöglichte ein Gastschulantrag den Besuch der Umschüler-Klasse an der Berufsschule Holztechnik und Innenausbau in München, in der beispielsweise der Sportunterricht durch Fachunterricht ersetzt wird.

Im Oktober des Folgejahres beginnt dann die zweite Phase – das Studium an der HS Rosenheim. Ab jetzt wechseln sich Studium und Praxisphasen in den Semesterferien ab. Das zweite Semester an der Hochschule war für mich sehr anstrengend, da zum Abschluss des Grundstudiums ein wahrer Prüfungsmarathon zu bewältigen ist. Auch das Hauptstudium ist anspruchsvoll, doch sind die Lehrinhalte praxisnäher und somit für mich persönlich meist interessanter. Im Studium gefiel mir die Kombination aus betriebswirtschaftlichen, fertigungstechnischen und konstruktiven Schwerpunkten am besten. Der Praxisbezug durch verschiedene Projektseminare war sehr lehrreich und in Rollenspielen (z. B. Vergabegespräche) konnte ich viele Erfahrungen für die Berufspraxis sammeln.

Im fünften Semester arbeitet man im Betrieb und legt in dieser Zeit die reguläre Gesellenprüfung ab. Das ist die dritte Phase. Spätestens nach dem fünften Semester habe ich mein duales Studium geliebt. Neue Freunde und gesammelte Erfahrungen bereichern das Leben. Im siebten Semester trägt man in Rosenheim Hut – eine sehr schöne Tradition, die verbindet. Frühestens nach sieben Semestern, spätestens jedoch bis zur Regelstudienzeit von neun Semestern, muss man seine Bachelorarbeit abgegeben haben und alle Prüfungen bestehen.

Mein Plan ist es, den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Im Vorfeld kann ich mir durchaus vorstellen, in anderen Betrieben zu arbeiten und/oder einen Master in Architektur zu machen. Grundsätzlich können von diesem Ausbildungsweg sowohl Studenten profitieren, als auch die Unternehmen, die ein duales Studium anbieten. Hilfreich ist es, wenn die Studenten durch den Betrieb unterstützt werden wie ich durch meinen Vater.“

Anna Huber von der Schreinerei Benno Huber, Petershausen, mit ihrem Gesellenstück (Bild: Anna Huber)