Wettbewerb Holz aus BayernMöbel mit Geschichte

11 ausgewählte Stücke

Elf bayerische Innungsschreiner wurden beim diesjährigen Wettbewerb Holz aus Bayern für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet.



Bereits zum 21. Mal wurde der Wettbewerb Holz aus Bayern vom Fachverband Schreinerhandwerk Bayern (FSH Bayern) und dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ausgelobt. Diese Jahr ließ das Motto „Möbel mit Geschichte“ besonders kreative Interpretationen erhoffen.

Die teilnehmenden Schreiner demonstrierten mit ihren Stücken die Leistungs- und Innovationsfähigkeit des bayerischen Schreinerhandwerks, denn das Thema wurde wieder mit viel Kreativität und manchmal auch etwas Augenzwinkern in ganz unterschiedliche Exponate umgesetzt.

Auf der Messe Heim+Handwerk in München konnten elf bayerische Innungsschreiner für ihre Einreichungen ausgezeichnet werden. Angesichts der Individualität und Vielfalt der Entwürfe ist der Jury die Bewertung nicht leichtgefallen. Bei der Preisverleihung durch Sören Timm, Ministerialrat am StMELF, und Konrad Steininger, Präsident des FSH Bayern, wurden schließlich drei Gewinner ausgezeichnet und zwei Belobigungen vergeben.

Die mit jeweils 1.000 Euro dotierten Preise gingen an Michael Steinberger, Inhaber der Schreinerei Dorfhuber in Kienberg (Schreinerinnung Traunstein), Richard Siegler von der Schreinerei Siegler in Hahnbach (Schreinerinnung Amberg-­Sulzbach) und Katharina Walser und Alexander Zech von der Schreinerei der Justizvollzugsanstalt Stadelheim in München (Schreinerinnung München). Eine Belobigung und 500 Euro bekamen Stefan Opperer von der gleichnamigen Schreinerei aus Rohrdorf (Schreinerinnung Rosenheim) und die beiden Auszubildenden der Schreinerei Hölzle in Erkheim, Pirim Pokorny und Valerius Hust (Schreinerinnung Memmingen-­Mindelheim).


Hier sind die „Möbel mit Geschichte“

Stadelheimbank (Preisträger)

In der Kontur der Rückenlehne, mit den verschiedenen Münchner Sehenswürdigkeiten spiegelt sich die Stadtgeschichte wider. Auch das verwendete Eichenholz ist geschichtsträchtig, denn es stammt aus einem großen Hängekreuz der Kirche der JVA.

Foto: StMELF, Astrid Schmidhuber

Justizvollzugsanstalt Stedelheim – Schreinerei
Stadelheimer Str. 12
81549 München


Küchenbuffet (Preisträger)

Das Küchenbuffet hat bereits die 50er Jahre erlebt und ist im Familienkreis mehrmals umgezogen. Es wurde für verschiedene Zwecke genutzt und in unterschiedlichen Farben lackiert. Nun erhielt das klassische Möbel durch die Über­arbeitung und Ergänzung mit Elementen aus Birnbaum eine moderne, hochwertige Aufwertung.

Foto: StMELF, Astrid Schmidhuber

Schreinerei Dorfhuber
Trostberger Str. 12
83361 Kienberg


Standuhr „Lebenszyklus“ (Preisträger)

Ein 60 Jahre alter Apfelbaum wird vom Sturm entwurzelt. Der Schreiner bearbeitet ihn über mehrere Monate hinweg und gibt dem Baumstamm als Uhr ein weiteres Leben.

Foto: StMELF, Astrid Schmidhuber

Schreinerei Siegler
Im Gewerbegebiet 18
92256 Hahnbach


Simpel – Der Stuhl (Belobigung)

Von Funktionalismus inspiriert, wurde dieser Wiegestuhl aus Eschenholz entworfen und geschreinert. Ein Möbel ohne Umweltbelastung – um Geschichte zu erleben, zu spüren, zu lesen, zu erzählen, aus ihr zu lernen und nach vorne zu denken.

Opperer GmbH
Thalmann 7
83101 Rohrdorf


Pult für Geschichten (Belobigung)

Das Pult soll dazu animieren, persönliche Geschichten niederzuschreiben und weiterzugeben. Der Phantasie wird dabei freier Lauf gelassen. Wenn eine Schublade geschlossen wird, öffnet sich eine andere.

Foto: StMELF, Astrid Schmidhuber

Schreinerei Hölzle
Memminger Straße 29
87746 Erkheim


Teeküche mit Geschichte

Das Küchenbuffet, das sich die Oma zur Hochzeit 1936 schreinern ließ und bis 2006 benutzt hat, wird restauriert und mit modernen Elementen ergänzt. So bleibt die Familiengeschichte spürbar und das Küchenbuffet erlebt die Geschichte der neuen Generation.

Foto: StMELF, Astrid Schmidhuber

Karl Buchner Schreinerei e. K.
Mariaberg 9
84149 Velden / Vils


Tisch

Ein 300 Jahre alter Eichenbalken war Bestandteil einer Getreidescheune. Der elegante Schwung der ursprünglichen Wuchsform und auch die außenliegenden Baumkanten bleiben erhalten und verleihen dem Tisch eine unverwechselbare Optik.

Foto: StMELF, Astrid Schmidhuber

Stefan Dorsch HolzRaum
Schönauer Ring 26
82269 Kaltenberg


Gschicht vom Baam

Durch die mehr als 200 Jahre alten behutsam restaurierten Holzfenster im oberen Teil des Möbels erhält der Betrachter Einblick in die Geschichte des Baumes. Der restliche Korpus aus Tanne ist weiß lasiert, zwischen den Türen schmückt ihn eine kleine Schnitzerei – ein junger
„Baum“, der nach oben wächst …

Foto: StMELF, Astrid Schmidhuber

Schreinerei Benjamin Rödl
Gereon-Motyka-Siedlung 8
92676 Speinshart


Tisch mit Sitzhockern

In Form eines Tisches und den dazugehörigen Sitzhockern lebt eine 200 Jahre alte Rotbuche ihre Geschichte weiter. Auch in den Sitzhockern, deren Geometrie als Intarsien in die Tischoberfläche eingearbeitet wurde, spiegelt sich die Struktur des Holzes wider.

Foto: StMELF, Astrid Schmidhuber

Schreinerei Schmid
Dorfstr. 9 a
85777 Fahrenzhausen


Wandkästchen „Cassette de l’Histoire“

Die Füllung für dieses Schränkchen stammt aus dem Jugendstil und war Teil einer Wandverkleidung in einem Hotel, das der Schreiner renovierte. Nun stellt die Schnitzerei ein exquisites Schmuckelement des kleinen Wandkästchens dar.

Foto: StMELF, Astrid Schmidhuber

Schreinerei Schönwälder
Schulstraße 16
85604 Zorneding


Waschtisch

Eine 350 Jahre alte Eiche aus dem Bayerischen Wald – stumme Zeitzeugin über mehrere Jahrhunderte – musste gefällt werden. Unter Beibehaltung von Form und Wuchs hat der Schreiner dem geschichtsträchtigen Baum eine neue Funktion als Waschtisch gegeben.

Schreinerei Stettmer
Baierweg 1
94262 Kollnburg