Gebäudeenergieausweis - Energieeinsparverordnung korrigiert

Die Schreiner gehören jetzt doch zum Kreis der Ausstellungsberechtigten für den Gebäudeenergieausweis. Der Bundesrat hat einen entsprechenden Entwurf der Energieeinsparverordnung (EnEV) beschlossen und damit die vorangegangene Fassung der Bundesregierung in diesem entscheidenden Punkt geändert. Dieser Änderung hat die Bundesregierung inzwischen zugestimmt. Die EnEV regelt die Einführung des Gebäudeenergieausweises.

Der ursprüngliche EnEV-Entwurf, den die Regierung Ende April 2007 beschlossen hatte, sprach im Zusammenhang mit der Ausstellungsberechtigung nur von zulassungspflichtigen Gewerken, die dem Hochbau zugerechnet werden können. Aufgeführt wurden unter anderem Maurer, Zimmerer und Dachdecker - Schreiner jedoch nicht. Auch andere relevante Gewerke waren ausgeschlossen. Doch die Energiebilanz eines Gebäudes wird in hohem Maße durch die Güte der Fenster und ihren fachgerechten Einbau bestimmt. Schreiner verfügen auf diesem Gebiet über ausgewiesene Kompetenz.

Der Ausschluss der Schreiner konnte jedoch durch den entschiedenen Protest des Bundesverbandes HKH auf Bundesebene sowie zahlreicher Landesverbände in den Bundesländer verhindert werden. So intervenierte der FSH Bayern nicht nur bei allen zuständigen Landesministerien, sondern auch bei Ministerpräsident Edmund Stoiber. Es kam schließlich zu einer Initiative der Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen, die im Bundesrat die entsprechende Anpassung des Verordungsentwurfs forderten. Diese Initiative hatte letztlich den vom Schreinerhandwerk geforderten Erfolg.

Voraussetzung zur Erstellung des Energieausweises bleibt für Handwerksmeister der erfolgreiche Abschluss einer Fortbildung zum Gebäudeenergieberater.

Weitergabe von Produktionsabfällen - Jetzt Rechtssicherheit bei der Holzverbrennung

Nachdem es in der Vergangenheit zu dem Verbot des Brennstoffausgleichs zwischen den bayerischen Schreinereien kam, gibt es in Abstimmung mit dem Umweltministerium seit kurzer Zeit wieder eine praktikable Lösung.

Gängige Praxis war und ist es, dass Schreiner ohne eigene Holzfeuerungsanlage ihre Produktionsabfälle an Betriebe weitergeben, denen im Winter der Brennstoff fehlt und die über ausreichende Lagerkapazitäten verfügen. Diese Weitergabe hatten einige bayerische Landratsämter jedoch eingeschränkt. Grund dafür ist, dass die in Schreinereien eingesetzten Holzbrennstoffe keine schwermetallhaltigen Beschichtungen, kein PVC und keine Holzschutzmittel enthalten dürfen und bei externen Brennstoffen schwer erkennbar ist, ob diese Bedingungen erfüllt werden.

Diese Situation hätte für viele kleine Schreinereien, bei denen sich die Anschaffung einer teuren Holzfeuerungsanlage nicht lohnt, eine kostenintensive Verwertung über zugelassenen Entsorger bedeutet. Außerdem hätten größere Betriebe, die bisher mit den Nachbarunternehmen einen funktionierenden Brennstoffausgleich betrieben haben, ihr fehlendes Holzbrennmaterial von Brennstoffhändlern beziehen müssen.

Der Fachverband Schreinerhandwerk Bayern suchte deshalb das Gespräch mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) und der Regierung von Niederbayern, um eine einvernehmliche Lösung zur Beibehaltung des Austausches von Produktionsholzresten zu erhalten.

Dem LfU bereitete anfänglich die mögliche Verbrennung von Stoffen, welche für die Kleinfeuerungsanlagen der Schreiner nicht zugelassen sind, große Sorgen, da derartige Brennstoffe nur in Feuerungen eingesetzt werden dürfen, die den Standard von Müllverbrennungsanlagen aufweisen. Deshalb hat das LfU zunächst - als Bedingung für eine Brennstoff-Weitergabe - umfangreiche Anlieferungsscheine mit detaillierten Nachweisen über die möglichen Inhaltsstoffe in den Holzresten empfohlen.

Diese Vorgehensweise war aber für die Schreinereien äußerst unpraktisch und aufwändig. Der FSH Bayern hat nun erreicht, dass ein vereinfachter Anlieferungsschein mit allgemeinen Nachweisen durch den Verband für eine Weitergabe ausreicht.

Dabei haben die Betriebe lediglich ein einfaches Formular auszufüllen und zu unterzeichnen. Besonders beachtet werden muss, dass bei der Weitergabe von mit Lack beschichteten Hölzern, nur Lacke aus einer Positivliste von Lackherstellern verwendet wurden. Diese Lackhersteller haben gegenüber dem Fachverband schriftlich erklärt, weder Holzschutzmittel noch Schwermetalle in diesen Lacken einzusetzen. Die Positivliste ist hier abrufbar.

Die jetzt erzielte und für beide Seiten befriedigende Kompromisslösung zwischen Wirtschaft und Behörden wird vom Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz als so erfolgversprechend angesehen, dass das Projekt nun in den Umweltpakt Bayern aufgenommen wird.

In diesem Rahmen soll demnächst eine offizielle Übergabe der Teilnahmeurkunde vom Staatsministerium erfolgen. Jeder Innungsschreiner kann diesem Beispiel folgen und ebenfalls mit dem 30 Punkte-Programm am Umweltpakt teilnehmen. Die Bedingungen dazu können im Mitgliederbereich unter www.schreiner.de abgerufen werden. Wer dazu einen externen Umweltberater zu Rate zieht, erhält 50 Prozent der Kosten aus dem Förderprogramm BUBAP ersetzt. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.izu.bayern.de