Nachgefragt

Machen Sie wieder mit beim Tag des Schreiners?

Zahlreiche Betriebe nehmen regelmäßig am Tag des Schreiners teil. Beispielsweise auch Martin Maierhofer mit seinem Betrieb in Rain- Staudheim. Wir haben ihn dazu befragt.

FSH Bayern: Herr Maierhofer, lohnt sich der Tag des Schreiners nur für große Betriebe?

Martin Maierhofer: Nein, überhaupt nicht. Dann würden wir nicht mitmachen. Eine Werkstatt von innen zu sehen, ist für die Kunden immer interessant – egal ob es ein Riesenbetrieb oder eine kleinere Schreinerei wie unsere ist.

FSH Bayern: Können Sie Ihren Betrieb kurz vorstellen?

Martin Maierhofer: Die Schreinerei wurde 1998 von mir in Rain am Lech gegründet. Derzeit arbeiten wir zu viert im Betrieb. Wir sind spezialisiert auf die Bereiche Möbel und maßgefertigten Innenausbau.

FSH Bayern: Und seit wann beteiligen Sie sich am Tag des Schreiners?

Martin Maierhofer: Schon lange. Seit 2001 insgesamt neun Mal und dabei seit 2011 jedes Jahr. 

FSH Bayern: Was ist Ihre Motivation, beim Tag des Schreiners aktiv zu sein?

Martin Maierhofer: In erster Linie hilft das Event dabei, die Hemmungen der Kunden abzubauen. Viele haben mir erzählt, dass sie schon immer mal in eine Schreinerei hineinschnuppern wollten, aber sich nicht getraut haben „einfach so“ vorbeizukommen. Mit dem Tag des Schreiners haben die Interessenten eine hervorragende Möglichkeit, ihrer Neugierde freien Lauf zu lassen und sich von einem tollen modernen Handwerk zu überzeugen. Als Betrieb sehen wir den Tag der offenen Tür vor allem als Marketinginstrument zur Kundenbindung. Trotzdem kommen auch jedes Jahr bislang unbekannte Besucher vorbei. Im Jahr 2014 waren immerhin 20 % der insgesamt 125 Gäste Neukontakte. Wir bekommen auch häufig konkrete Anfragen für Projekte. Und mit einem Augenzwinkern füge ich auch gerne hinzu, dass es gut ist, wenn die Werkstatt mal wieder in einen Topzustand gebracht und richtig aufgeräumt wird.

FSH Bayern: Ihr Ausstellungsraum und Ihre Werkstatt sind räumlich voneinander getrennt. Wann öffnen Sie welche Türen und was bringt mehr?

Martin Maierhofer: Unser Ausstellungsraum mit einem großen Schaufenster befindet sich mitten in der Stadt in Rain. Die Werkstatt liegt in ca. 5 km Entfernung etwas außerhalb. Die Ausstellung öffnen wir nach Absprache und zu den örtlichen Marktsonntagen. Den Tag des Schreiners haben wir in den vergangenen beiden Jahren auch in der Ausstellung veranstaltet. Der Tag des Schreiners in der Werkstatt ist für die Kunden aber attraktiver und die Resonanz war dort viel besser.

FSH Bayern: Was beeindruckt Ihre Besucher am meisten?

Martin Maierhofer: Die fertigen Möbel in der Ausstellung sind schon ein Magnet. Begeistert sind die Besucher aber, wenn Sie einen Teil der Produktion live miterleben und den Maschinenpark in Aktion beobachten können. Hierbei spürt man das Interesse von Klein und Groß. Wenn die Werkstatt geöffnet ist, kommen auch mehr Besucher. Besonders nach der Kirche kommen ganze Familien vorbei und bleiben lange.

FSH Bayern: Und wie stellen Sie das alles auf die Beine – sprich, wer hilft Ihnen bei der Organisation und wie lange dauern die Vorbereitungen?

Martin Maierhofer: Meine Frau hilft mir maßgeblich. Wenn wir die Werkstatt öffnen, dann benötigen die Vorbereitungen rund drei Tage. Die Planungen beginnen aber bereits jetzt, damit wir später nicht in Zeitnot kommen und die Werbemittel frühzeitig bereitstehen.

FSH Bayern: Welche Funktionen übernehmen dann Ihre Mitarbeiter am Tag der offenen Tür?

Martin Maierhofer: Unsere Mitarbeiter sind verantwortlich für die Maschinenvorführungen und beantworten natürlich die Fragen der Besucher.

FSH Bayern: Wie werben Sie für den Tag des Schreiners?

Martin Maierhofer: Wir schreiben alle Kunden per Brief an. In einer lokalen kostenlosen Zeitung schalten wir eine Anzeige. Darüber hinaus beteiligen wir uns an einer Gemeinschaftsanzeige der Innung, die in zwei Tageszeitungen der Region erscheint. Zusätzlich rühren wir natürlich die Werbetrommel auf unserer Homepage und unserem Facebook-Auftritt. Und viele unserer Kunden sprechen uns auf die auffällige Radiowerbung des Fachverbands an.

FSH Bayern: Wie sieht dann mit dem Einsatz von Werbemitteln des Fachverbands aus?

Martin Maierhofer: Wir verwenden die hilfreichen Materialien des Basispakets und lassen noch Plakate individualisieren. Individuelle Werbemittel mit eingedrucktem Logo und unseren Portraits fallen einfach auf! Mein Favorit aber ist mit Abstand das Kundenmagazin MEIN SCHREINER. 

FSH Bayern: Das freut uns! Wie ist die konkrete Resonanz Ihrer Besucher auf das von Ihnen angesprochene Kundenmagazin?

Martin Maierhofer: Jedes Mal großartig! Das neue Magazin ist schon individualisiert und wird bereits von unseren Kunden gelesen. Wir verteilen es nicht nur bei Messeauftritten und dem Tag des Schreiners, sondern es liegt auch schon im Prospektständer vor unserem Ausstellungsraum aus. Als viel beschäftigter Betriebsinhaber finde ich es toll, dass es so ein professionelles Kundenmagazin extra für die Innungsschreiner gibt, das ich mit wenig Aufwand individualisieren kann. Ich muss das Rad nicht neu erfinden und es ist alles top vorbereitet!

FSH Bayern: Zurück zum Tag des Schreiners: Kooperieren Sie dabei auch mit anderen Gewerken oder Unternehmen?

Martin Maierhofer: Ja, und hierbei bieten wir den Besuchern regelmäßig etwas Neues an. Wir haben uns am Tag des Schreiners schon zusammen mit einem Fensterbauerkollegen präsentiert, aber auch gewerkübergreifend Kooperationen gefahren, z.B. mit einem Elektriker und einem Förster. Dieser hat vor Ort Holzskulpturen angefertigt. Erfolgreich waren aber auch andere Kooperationen: Einmal hat eine Dame tolle, exklusive Taschen präsentiert. Immer wieder arbeiten wir auch mit lokalen Künstlern zusammen. So haben wir z.B. eine Gemeinschaftsausstellung mit drei Künstlerinnen organisiert, die über 40 Bilder zeigten.

FSH Bayern: Gibt es darüber hinaus noch weitere besondere Aktionen, die Sie veranstalten?

Martin Maierhofer: Über die Jahre hinweg, in denen wir bereits beim Tag des Schreiners mitmachen, haben wir sowohl vom Rahmenprogramm her als auch bei den begleitenden Aktionen einiges ausprobiert. Im letzten Jahr ist die Band meiner Frau aufgetreten. Diese umrahmt auch die Freisprechungsfeiern der Schreiner und der Maurer. Wir hatten aber auch schon eine Musikkapelle zu Gast und haben den Auftritt mit einem zünftigen Weißwurst-Essen und Frühschoppen verbunden. 2014 haben die Besucher einen Schlüsselanhänger als Erinnerung und den kleinen orangefarbenen Pappwürfel mit duftenden Zirbenspänen – übrigens eine Anregung aus dem Ideenheft – als Erinnerung geschenkt bekommen. Sonst haben wir auch schon Buchstützen, Adventskalender oder Kerzenständer in unserer Kinder-Bastelecke gebaut.

FSH Bayern: Dann erübrigt sich wahrscheinlich unsere letzte Frage beinahe ... Nehmen Sie auch in diesem Jahr am Tag des Schreiners teil?

Martin Maierhofer: Ja, wir sind bereits angemeldet! Die Ausstellung bleibt bewusst geschlossen und wir laden herzlich zum Besuch unserer Werkstatt ein!

FSH Bayern: Herr Maierhofer, wir wünschen viel Erfolg bei ihrem Tag des Schreiners und sagen vielen Dank für Ihre Zeit, die Schilderung Ihrer Erfahrungen und für Ihre Anregungen.


Alle wichtigen Informationen und das Anmeldeformular zum Tag des Schreiners finden Sie hier.