Brandschutztag im Schreinerhandwerk

Erfolgreiche Premiere


„Da bleib ich bis zum Ende.“, betonte der der renommierte Brandschutz-Experten Josef Mayr. Selbst für ihn war das Tagungsprogramm so interessant, dass er nach seinem Referat bis zum Schluss aktiv an der Veranstaltung teilnahm. Mit 95 Teilnehmern war der erste Bayerische Brandschutztag im Schreinerhandwerk sehr gut besucht, sodass weitere Veranstaltungen dieser Art folgen werden.


Josef Mayr, Brandschutzsachverständiger und Autor des über 6000 Seiten umfassenden Brandschutzatlasses gilt als „der“ Experte rund um den baulichen und organisatorischen Brandschutz. Mayr selbst war jahrelang für die Bayerische Versicherungskammer tätig und kennt daher jeden relevanten Brand in Bayern.

Er erläuterte in seinem kurzweiligen, über zweistündigem Referat, was sich hinter Brandschutzkonzepten bzw. Brandschutznachweisen verbirgt. Die Initialzündung für die Forderung nach Brandschutzkonzepten war der Brand am Düsseldorfer Flughafen 1996. Nach diesem tragischen Ereignis regelten alle Bundesländer, dass grundsätzlich für jedes Gebäude ein Brandschutznachweis erstellt werden muss. Mayr machte aber auch deutlich, dass die Umsetzung – mangels relativ geringer Kontrollen – teils nicht optimal erfolgt.

In seinem Beitrag stellte er die wesentlichen „Schalter“ für die Erstellung von Brandschutzkonzepten vor und erläuterte, was gefordert ist. Wichtige Kriterien sind die Gebäudeklassen und die Aufenthaltsräume. Aus den Details ergeben sich die Lösungen für sichere Rettungswege.

A1- oder F30-Möbel?

Schreiner stehen immer wieder vor der Frage, wie nichtbrennbare Einrichtungen regelkonform hergestellt werden können. In seinem Vortrag erläuterte Holger Held, Dekodur GmbH, den steinigen Weg, Material mit Prüfnachweis zu erhalten, das den höchsten Brandschutzanforderungen entspricht. Bereits eine andere Farbe des Schichtstoffes hat ein anderes Brandverhalten, da die Farbpigmente unterschiedliche chemische Zusammensetzungen haben. Mit der dargestellten Lösung steht den Schreinern nun eine Möglichkeit offen, Plattenmaterial selbst zu belegen und Kanten zu beschichten. Im Rahmen weiterer Prüfungen sollen auch Furniere das Portfolio erweitern.

Der Referent ging im Rahmen der Diskussion auf Konstruktionen und Materialeigenschaften ein und stand den Teilnehmern bis zum Ende der Veranstaltung für Fragen zur Verfügung.

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