Einfach und natürlich

Wiederenteckte Formen des Wohnens und Gestaltens

Bild: Wiedemann Werkstätten, Henglein Steets Fotografie

Alle Epochen der Geschichte sind geprägt von besonderen Stilen in der Architektur, in der Mode und in der Gestaltung von Möbeln und Einrichtungen. Seit einiger Zeit setzt sich ein Trend durch: Der Wunsch nach Einfachheit, nach Natürlichkeit, nach Reduzierung auf das Wesentliche. „Weniger ist mehr“ – mit diesem Satz markierte der Architekt Ludwig Mies van der Rohe eine Zäsur. In der Architektur und in vielen Bereichen der Gestaltung war nach einer an Symbolik überfrachteten, mit dekorativen Elementen gespickten Ära der Wunsch groß, sich wieder auf das Wesen der Dinge zu konzentrieren.

Mittlerweile ist der Alltag durch allerlei Umwelteinflüsse und Reize, durch moderne Medien und permanente Mobilität oft so überfrachtet, so anstrengend, so komplex geworden, dass sich viele nach einem Rückzugsraum sehnen, der Ruhe und Entspannung bietet. Nach einem privaten Ort, der nicht mit Reizen überflutet ist. Das eigene Zuhause wird bewusster wahrgenommen, es wird zunehmend schlichter und klarer eingerichtet. Diese „Neue Einfachheit“ rückt die Gestaltung in den Mittelpunkt, eine bloße Dekoration wird weitgehend vermieden.

Bei der Einrichtung der eigenen vier Wände sind hochwertige Materialien und perfekte Verarbeitung wichtig. Es darf ruhig von allem etwas weniger sein, dafür aber das etwas Bessere. Die wahren Werte sind entscheidend: Material, Struktur, Form und Oberflächen, die Gliederung eines Raums, die Blickbezüge, das Licht und die Proportionen. Um all dies harmonisch in Einklang miteinander zu bringen, arbeiten Architekten und Innungsschreiner oft Hand in Hand. Und das nicht nur bei einem Neubau. Auch bei der Sanierung eines Hauses im Bestand oder der Erneuerung von Teilen der Wohnungseinrichtung können diese Trends bei der Neugestaltung berücksichtigt werden. Dies beginnt bereits bei der Auswahl einzelner Möbelstücke, mit der neue Akzente gesetzt werden können. Gemeinsam mit der Lichtgestaltung kann für Räume damit eine außergewöhnliches Ambiente geschaffen werden.


Die gewählte Formensprache zieht sich durch den gesamten Raum – Arbeitsfläche und Korpusse bilden eine Einheit mit Küchentisch und Sitzgelegenheiten. Bild: Wiedmann Werkstätten, Henglein Steets Fotografie
Bild: Wiedemann Werkstätten, Henglein Steets Fotografie

Einrichtungstipps vom Innungsschreiner

Darauf sollten Sie achten:

  • Die Beschränkung auf wenige Materialien und ähnliche Formen bringt Ruhe in den Raum.
  • Ordnung und klare Strukturen erzeugen einen harmonischen Gesamteindruck
  • Gerade bei Erneuerungen oder Ergänzungen von bestehenden Einrichtungen kann diese Einfachheit schrittweise umgesetzt werden
  • Analysieren Sie die vorhandene Wohnungsgestaltung und entscheiden Sie sich dann bewusst für (oder gegen) ein neues Objekt
  • Form und Funktion bilden eine Einheit. Einrichtungsgegenstände, die vor allem dekorativen Charakter haben, stören häufig nach kurzer Zeit den Gesamteindruck
  • Die Wirkung des Lichts im Raum ist entscheidend, auch für die Auswahl der Materialien und Farbgestaltung für Möbel, Böden, Wände und Decken.
  • Gute Gestaltung achtet auch auf Details, z. B. Tür- und Fenstergriffe, Form und Farbe der Lichtschalter.
  • Blickbezüge und Proportionen sind wichtig: Was im Einrichtungshaus geeignet erscheint, kann zu Hause oft unpassend sein, z. B. aufgrund der Größe.

Das könnte Sie auch Interessieren

Mehr Komfort und Lebensqualität

Es gibt viele Dinge, an die man sich im Laufe der Zeit gewöhnt.

mehr

Lichtblick Fenster

Eine Terrasse oder große Fensterfront öffnet den Wohnbereich zur Natur.

mehr